SPIEGELUNG
Lebensgesetze und ihre Anwendung

"SPIEGELUNG"
befasst sich mit dem Gesetz der Anziehung. Dieses bewirkt, dass Gleichartiges sich anzieht. Daher ist jedes Gegenüber ein Spiegel, in dem man sich selber erkennen kann.


Wir Menschen sind alle Individualisten. Jeder hat seine eigene Vorstellung und Meinung und möchte, dass alles so funktioniert, wie er es sich vorstellt. Das geht natürlich nicht. Und so gibt es überall Kritik, Diskussionen, Debatten, Streit oder Krieg – je nachdem, ob die Meinungsverschiedenheiten zwischen einzelnen Personen oder Ländern und Nationen bestehen.

Eigentlich ist klar, wo der Hase im Pfeffer liegt: Wir Menschen müssten bereit sein, jede andere Meinung zu respektieren und gemeinsam einen Kompromiss zu finden, auch wenn der Einzelne dabei zurücktreten muss. Das sehen wir zwar ein, aber in uns wehrt sich etwas dagegen. Denn es ist doch nicht richtig, dass der Andere immer zu mir so und so sagt, immer dies und jenes tut – oder nicht? Es ist immer der Andere, der schuld ist.

Ist er das wirklich?


A
ALLES LEBEN GESCHIEHT NACH BESTIMMTEN GESETZEN

Wir wissen, dass es ohne gewisse Regeln und Gesetze nirgendwo Ordnung oder ein einigermaßen harmonisches Zusammenleben gibt. Wir kennen viele der großen Naturgesetze und wissen, wie sie funktionieren, aber wir wissen noch so gut wie nichts darüber, welche Gesetzmäßigkeiten zum Beispiel dafür sorgen, dass Atome sich zu Molekülen zusammenfinden oder dass aus einem Samenkorn eine neue Pflanze wächst.

Dafür ist das große kosmische Gesetz zuständig, das über allen anderen Gesetzen steht, das Gesetz der Anziehung. Es bewirkt, dass Geist und Materie zueinander in Beziehung treten können, um Formen zu bilden. Es ist der Klebstoff, der die Atome in einer Form zusammenhält. Das Gesetz ist die Auswirkung der Energie der Anziehung, die Beziehungen schafft und bewirkt, dass Gleiches sich anzieht.

Im Menschen wirkt sich die Energie der Anziehung als Intelligenz, Denken, Bewusstsein, Unterscheidung, Verständnis und die menschliche, Bedingungen stellende Liebe aus.

Denken bewegt also etwas. Es macht, dass zunächst eine Form aus Denkmaterie entsteht, eine Gedankenform. Diese sammelt nach und nach Materie emotionaler Art an und bewegt schließlich das Handeln, so dass am Ende eine physische Form entsteht.

Mit diesem Gesetz der Anziehung haben wir es zu tun, wenn wir nach unseren Vorstellungen handeln. Es kommt aber noch ein zweites Gesetz hinzu, das Gesetz von Ursache und Wirkung oder des Ausgleichs. Es sorgt dafür, dass alles - die gesamte Energie des Kosmos - stets ausgewogen ist. Aus menschlicher Sicht ist dies nie der Fall, aber aus der Sicht der Welt spielt Zeit eine ganz andere Rolle. Früher oder später wird jedes Ungleichgewicht wieder ausbalanciert sein.

Das Gesetz des Ausgleichs kann also auf keine persönlichen Vorstellungen Rücksicht nehmen. Es wird dafür sorgen, dass die durch persönlich orientiertes Handeln entstandene Einseitigkeit durch den Handelnden wieder ins Lot gebracht wird.

Das können wir verstehen. Aber warum werden wir dann immer wieder mit ärgerlichen Situationen konfrontiert, deren Urheber andere Menschen sind?


B
DIE AUSWIRKUNG AUF DEN MENSCHEN

Wir wissen, dass der menschliche Körper durch elektrische Impulse gesteuert wird, denn der Mensch ist ein elektrisches System, ein Feld aus verschiedenen Energiearten. Gemäß dem Gesetz der Anziehung wird Gleiches von Gleichem angezogen. Das "Gleiche" betrifft die hinter der Form wirkende Energie. Die Formen selbst können entgegengesetzter Qualität sein, denn jedes Ding hat bekannterweise zwei Seiten, zwei gegensätzliche Pole.

Ein Mensch mit einer bestimmten Energiequalität kann daher nur in näheren Kontakt mit einem Menschen kommen, der aus der gleichen oder nahezu gleichen Energie besteht wie er. Andere Energien gehen sozusagen an ihm vorbei; sie finden in seinem Feld keine Resonanz. Allgemeiner ausgedrückt: Nur das, was der Mensch als eigene Erfahrung oder Art in sich trägt – was er letztendlich ist – kann er wiedererkennen.

Wer nie ein "langbeiniges Wadedu" gesehen hat, könnte auch keines erkennen, falls er es sähe. Jeder erkennt jedoch einen Baum. Er trägt das Bild "Baum" in sich, weil er Bäume gesehen und Erlebnisse mit Bäumen hatte.

Wenn ein Mensch sich mit einem ungeduldig fordernden Menschen konfrontiert sieht und ärgerlich oder zornig reagiert, so bedeutet das, dass er die gleiche Qualität in sich trägt, sonst würde er sich vielleicht nur wundern oder er wäre in dieses Erlebnis gar nicht verwickelt worden. Er hat vielleicht nicht die Tendenz, seine Ungedulds-Anlage genauso lautstark zu äußern – und vielleicht tut er das auch nicht gerade anderen gegenüber – dafür jedoch umso häufiger in Bezug zu sich selbst. Die Form kann also unterschiedlich sein, das Thema jedoch ist für beide Kontrahenten dasselbe.

VON AUSSEN HER BETRACHTET IST ZU SAGEN:
1. Was mir außen begegnet, spiegelt meine Eigenart wider.
2. Ich kann mich durch mein Gegenüber/durch die Rückspiegelung erkennen.

DIE RÜCKSPIEGELUNG BESTÄTIGT:
1. Was ich bin/was ich in mir trage, kann ich außen wahrnehmen.
2. Mein Ausdruck/mein Handeln ist die Folge meines So-Seins.
3. Mein Handeln erzeugt eine gleichartige Reaktion.

UND ZUSAMMENFASSEND:
Ich erschaffe durch mein So-Sein/meine Vorstellung mein Umfeld.


C
DARAUS FOLGT:

Es ist sinnvoll, das Gesetz der Anziehung und die zugehörigeRegel (Dem Denken folgt Energie) zu beachten, sowie dem Gesetz von Ursache und Wirkung Aufmerksamkeit zu schenken.

Letzteres wird unterstützt durch Befolgen der Regel der Harmlosigkeit:

Nicht kritisieren, angreifen, verletzen, nichts erwarten, nichts unterstellen –
nicht im Denken, Reden und Handeln.

("Harmlosigkeit" ist kein passives oder unterwürfiges Geschehenlassen, sondern eine aktive Haltung, die vermeidet, "Harm" zuzufügen – zu verletzen oder irgendwie sonst zu schädigen.)


D
AUSBLICK

Um auf das eingangs geschilderte Problem zurückzukommen – extremer Individualismus mit den Folgen Kritik, Diskussionen, Debatten, Streit oder Krieg – so kann mit obigem eine Lösung dafür gefunden werden. Sowohl um des Einzelnen und seiner persönlichen Problemlösung als auch um des friedlichen Miteinanders der Völker willen bleibt nichts anderes zu tun übrig, als dass jeder Einzelne mit den Gesetzen des Lebens arbeitet anstatt blindlings darauf los und dadurch gegen sie – mit den entsprechenden Folgen.


E
PRAXIS

Gemäß dem Gesetz der Anziehung zieht Gleiches sich an, wobei dies aber nicht die Form bzw. die äußeren Ereignisse betrifft, sondern die Idee oder das Thema dahinter.

Beispiel:
A ärgert sich über B, der einen Nachbarn ständig als "alter Esel" bezeichnet.

Da A jedoch nie solche Ausdrücke benutzt oder über andere schimpft, könnte man meinen, er hätte mit einer solchen Situation nichts zu tun. Aber woher dann dieser Ärger?

Wir fühlen uns nur dann von etwas angezogen oder abgestoßen, wenn wir es selbst in uns tragen und daher kennen (also selbst entsprechend handeln). Aber wenn ich nun einmal nie und nimmer über andere schimpfe?

Es geht um Wertschätzung und Kritik. Und wenn das so ist, ist Kritik auch mein Thema. Dann bin ich kritisch anderen gegenüber – mehr oder weniger – und gleichzeitig kritisch mir gegenüber – mehr oder weniger. Kritik braucht sich nicht in lautstarkem Schimpfen zu äußern, es genügt schon ein kritisierender Gedanke. Es braucht auch nicht Kritik anderen gegenüber zu sein, sich selbst ständig kritisch zu betrachten, reicht völlig aus.

Wenn man daher wissen möchte, warum man immer wieder die gleichen ärgerlichen Situationen erlebt, dreht man am besten die Anklage ("… macht/sagt immer …") um und sucht bei sich selbst nach der lebensfeindlichen Einstellung.

Da die eigene Art der Urheber aller äußeren Situationen ist, beeinflusst auch jede Veränderung der Lebenseinstellung das Leben selbst. ("Wie man in den Wald hineinschreit, so schallt es zurück."). Mit der Spiegelung zu arbeiten, ist dabei äußerst hilfreich, um Denk- und Verhaltensstrukturen zu erkennen und zu verändern und damit sich und sein Leben zu verändern.


WEITERE BEISPIELE
(Nach der Methode von Kössner/Saitz)


SCHRITT 1 – BESCHREIBEN

Wie lautet der Vorwurf? Welche Eigenschaften hat die Person/die Situation?

1. Beispiel: "er hört nicht zu"
2. Beispiel: "sie ist geizig"
3. Beispiel: "er ist sehr nachlässig"

Diese Eigenschaften und Verhaltensweisen bzw. das entsprechende Thema lehne ich ab und lebe es nicht mir gemäß, weil ich negativ darüber denke.


SCHRITT 2 – UMWANDELN

a) Umkehrung "Du bist Ich"
1. Beispiel: "Ich höre dem anderen nicht zu."
2. Beispiel: "Ich bin geizig anderen gegenüber."
3. Beispiel: "Ich bin nachlässig."

b) Umkehrung "wie außen so innen"
1. Beispiel: "Ich höre mir nicht zu."
2. Beispiel: "Ich bin geizig mir gegenüber."
3. Beispiel: "Ich bin nachlässig mir gegenüber."


SCHRITT 3 – DIE NEUE VORSTELLUNG


DAS NEUE DENKEN / DIE NEUE GEDANKENFORM:
(positiv umgewandelte Eigenschaften und Verhaltensweisen)

z. B. zu a) "Ich überfordere mich nicht und kann mich auch zurückziehen. Ich kann mich abgrenzen."
  zu b) "Ich gehe sorgsam mit allem um, übertreibe aber nicht dabei."
  zu c) "Ich sehe mich und das Leben nicht übertrieben ernsthaft und eng."

SCHRITT 4 – DAS HANDELN

Wenn sich etwas verändern soll, muss das neue Denken in eine konkrete Form gebracht werden – es muss das Handeln bestimmen.


DAS DENKEN

Das nachfolgende Beispiel zeigt, dass es nicht eigentlich die Persönlichkeit ist, die sich kaputtmacht. Es ist vielmehr ihr (unbewusst gebliebenes) Denken oder ihre Vorstellung, die ja erst das entsprechende Handeln in Gang setzt.

Wenn man daher wissen möchte, warum "das Schicksal" einen so schlägt, dreht man am besten die Anklage um und sucht bei sich selbst nach der lebensfeindlichen Einstellung.


SCHRITT 1 – BESCHREIBEN   (Die Anklage, der Vorwurf)

"Mir wird Wertvolles kaputtgemacht."

"Wertvolles" oder "Werte" kann sich z. B. auf das Auto, die Partnerschaft oder auch auf einen Wasserschaden beziehen, bei dem die Wohnungseinrichtung leidet – aber genauso auf "Leben".


SCHRITT 2 – UMWANDELN

a) Umkehrung "Du bist Ich": "Ich mache anderen Wertvolles kaputt."
b) Umkehrung "wie außen so innen": "Ich mache mir Wertvolles/mein Leben kaputt".

Das kann nicht nachvollzogen werden, aber wenn anstelle von "Ich" "mein Denken" eingesetzt wird, sieht es anders aus:

"Mein Denken macht mir Wertvolles/mein Leben kaputt."


Jetzt wird die Sache verständlich. Aber wie bekommt man heraus, was genau der Punkt ist?


Weiter:
Nach negativen Überzeugungen forschen

"Mein Denken" macht mein Leben kaputt: Ich denke doch aber "richtig", ich bemühe mich doch, "richtig" zu leben!

Da meine Vorstellung und Art zu denken durch meine Anlagen und Fähigkeiten und durch meine Erfahrungen bestimmt wird, umfasst also "Mein Denken" einen bestimmten, begrenzten Bereich.

Gibt es Überzeugungen, an denen ich festhalte? Gibt es negative "Glaubenssätze" wie z. B.


"Immer muss ich alles alleine machen."
"Mir hilft keiner."
"Das Schicksal meint es nicht gut mit mir."
"Wenn es mir gut geht, traue ich der Sache nicht
und denke, dass bald das schlimme Ende da ist."

Oder:

Das Werte- und Entwicklungsquadrat benutzen
Die gefundene negative Überzeugung mit Hilfe des Werte- und Entwicklungsquadrats "bearbeiten".


DAS WERTE – UND ENTWICKLUNGSQUADRAT

"Mir wird Wertvolles kaputtgemacht."

* In dieser "Schwestertugend" vereinen sich Liebe und Macht: Liebe sich selbst und allen anderen gegenüber und Macht über sich selbst.

SCHRITT 3 – DIE NEUE VORSTELLUNG

Rückblickend lässt es sich gewiss sagen, dass man ja bis zu diesem Zeitpunkt ganz gut überlebt hat – auch mit dieser negativen Einstellung. Also kann "es", "das Schicksal", es doch nicht so schlecht meinen!

Eine neue Vorstellung könnte etwa so lauten: "Ich vertraue dem Leben und tue mein Bestes."

Denken und Vorstellung immer wieder der neuen Vorstellung zuwenden. Sie verwirklicht sich, wenn sie aufmerksam gehegt und gepflegt wird – und wenn


SCHRITT 4 – DAS HANDELN

entsprechend gehandelt wird,

denn

DEM DENKEN FOLGT ENERGIE.