DER WEG DES MENSCHEN IN DER EVOLUTION

EINFACHE FORM

AUSFÜHRLICHE FORM


Zuerst bereitet der 3. Aspekt der Göttlichen Dreiheit (Intelligente Tätigkeit) die "Wohnungen", die Daseinsebenen, auf denen der Schöpfungsplan sich entfalten soll. Er benutzt dazu Materie, die er aus dem ganzen Sonnensystem für seine Zwecke heranzieht.

Um Formen zu bilden, braucht es ein Bindemittel, das Geist und Materie zusammenfügen kann, den 2. Aspekt der Dreiheit (Liebe-Weisheit). Auf diese Weise werden die Formen der dreifachen Welt erschaffen: die Minerale, Pflanzen, Tiere. Doch die Schöpfung stagniert an diesem dichtesten Punkt. Materie ist unermüdlich tätig; in großen und kleinen Zyklen erschafft und zerstört sie, kann jedoch aus sich selbst nichts Neues hervorbringen, denn ihre Form der Bewegung ist kreisförmig. Um einen Menschen zu erschaffen, braucht es aber Anderes: Eine geistige Seele, die ihn zu einem selbstbestimmten Wesen macht, denn deren Bewegungsform ist spiralförmig und kann daher Neues in einen Zyklus einbringen.

Die Bewusstseinseinheiten, die Monaden, sind göttliche Funken, Söhne Gottes von der Substanz des 1. Aspekts (Wille/Macht), das verborgene Selbst des Menschen. Seine Äußerung ist Bewusstsein.

Die Monaden sind allmächtig und allgegenwärtig auf ihrer eigenen Ebene, aber unbewusst und empfindungslos auf allen anderen: Sie können auf Ebenen, die weniger feinstofflich sind als sie selbst, nichts bewirken. Sie können sich zwar auf den drei nächstniedrigen Ebenen widerspiegeln, aber nicht weiter hinuntergelangen. Doch um ihre Aufgabe zu erfüllen, müssen sie sich in Materie kleiden, um sich von statischen zu dynamischen Wesen zu entwickeln, die auf allen Daseinsebenen bewusst sind und tätig werden können.


Dazu benötigen die Monaden Hilfe. Große geistige Wesen von außerhalb der Planetensphäre, die schon vor Zeiten Denkvermögen und Selbstbewusstsein entwickelt hatten, inkarnierten auf der Erde, um den anfänglichen Bewusstseinskern in der Vorform des Menschen zu stimulieren, so dass in der Folge aus einem relativ hoch entwickelten Tierwesen ein ich- oder selbstbewusstes Menschenwesen werden konnte. Und so entstand der Kausal- (Ursachen-)körper, das Ego, die individuelle Seele des Menschen.

Der Begriff "Ego" ist nicht gleichzusetzen mit demjenigen, der im allgemeinen Sprachgebrauch eigennütziges Verhalten bezeichnet. "Ego" meint neutral ein Ich, ein Selbst, ein individuelles Sein.

Dieses Ego, die Seele, "baut" für jede Inkarnation die Körperhüllen des Menschen neu auf. Als "Bausteine" verwendet sie dafür die in ihr gespeicherten Eigenschaften, die der Mensch im Lauf eines Lebens entwickelt hat.

Einige der Großen Wesen inkarnierten auf der Erde direkt in den dafür bereiten, vormenschlichen Tierformen. Andere blieben auf feinstofflichen Ebenen, um von dort aus die menschliche Entwicklung zu fördern. Das war die Gründung der "Geistigen Hierarchie", des "Reiches Gottes". Von dort her kamen die Lehrer, welche der Menschheit handwerkliche Fähigkeiten vermittelten und sie Viehzucht, Ackerbau usw. lehrten. Unter ihrer Anleitung entstanden die großen Bauwerke, deren Überreste noch heute zu bestaunen sind. Sie waren es auch, die den Völkern ihre Religionsgründer schenkten und auch die Erkenntnisse der einzelnen Zivilisationen an neue Rassen und Völker weiterleiteten.

Das Bewusstsein des Menschen entwickelte sich allmählich von dem eines "Wilden" mit einem instinkt- und triebgelenkten Bewusstsein in dasjenige des heutigen Menschen, der in der Regel emotional (von Wünschen, Erfahrungen und Vorstellungen) gesteuert ist, aber auch beginnt, wirklich eigene Gedanken abseits des allgemein Gültigen zu denken und allmählich zu erkennen, dass er seine Bindung an die Formwelt – an Dinge, Menschen, Wünsche – zu lösen hat, wenn er wirklich in sich frei sein will.

Hier stößt der Mensch an eine Grenze, die im Grunde keine ist, denn der Weg des Menschen führt ab hier weg von der greifbaren, mit Augen sichtbaren Welt in eine feinstofflichere. Er beginnt, die Identifikation mit seinem Körper, seiner Persönlichkeit mit ihren Vorstellungen und Wünschen zu lösen, denn er begreift, dass er dies alles nicht ist, sondern ein geistiges Wesen, eine Seele auf dem Rückweg dorthin, von wo sie hergekommen war.

Er lernt nun, mit Hilfe seines Denkens und Bewusstseins eine Brücke zu schlagen in diese andere Welt. Er beginnt, sie sich anzueignen, sie zu integrieren, so wie er auch im Lauf seines Wachsens auf der physischen, emotionalen und mentalen Ebene heimisch wurde.


Sein Bemühen wirkt wie ein Ruf, und ab einem bestimmten Punkt kommt ihm Hilfe zu. Die anziehende Energie seiner Invokation (=Anrufung), seine Bemühung, seine Vorstellung eines Brückenschlags, zieht die nächsthöheren Energien der Intuition und des geistigen Willens zu sich heran – die Energie des 1. Aspekts "kommt ihm entgegen". Allmählich kommt eine Vereinigung von oben und unten zustande. Zunächst findet sie nur kurzfristig statt, doch wird sie durch weitere Bemühung gefestigt, so dass der in der Materie "verlorene Sohn" wieder zum Vater heimkehren kann.

Das ist die Geschichte des "Verlorenen Sohnes",

der von seinem Vater sein Erbe verlangte und in die Welt zog. Er lebte drauflos "in Saus und Braus", bis er am Ende in Schmutz und Elend als Schweinehirt sein Leben fristen musste. Doch eines Tages besann er sich und sagte: "Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen." Und als sein Vater ihn von ferne sah, eilte er ihm entgegen und umarmte ihn voller Freude. Er ließ ein Festmahl zubereiten und sagte: "Lasst uns essen und fröhlich sein! Denn dieser mein Sohn war verloren und ist gefunden worden."


DIE ZU SCHLIESSENDE LÜCKE - DIE BRÜCKE, DIE ZU BAUEN IST


Das Prinzip dieses Vorgangs kann angewandt werden auf alle Daseinsebenen, denn "wie oben, so unten". Immer wieder muss eine Verbindung zu einer neuen, höheren Energieart geschaffen und sie sich zu eigen gemacht werden, damit sie zum Ausdruck gebracht werden kann.

Zum Beispiel:

  1. Die Evolution des Planeten zielt in dieser Entwicklungsrunde ab auf die Entwicklung von Bewusstsein. Der zweite Aspekt soll überall zum Ausdruck kommen. Die Menschheit insgesamt ist dabei, ihr Bewusstsein auszudehnen: Die Wissenschaft stößt in Bereiche vor, die mit den Sinnen nicht erfassbar sind. Eine neue, verblüffende Erkenntnis: Das Energiefeld des Beobachters beeinflusst die Beobachtung.

  2. Die materielle Entwicklung des Menschen von der Geburt bis zum Tod gibt hierfür ein Abbild im Kleinen, im individuellen Bereich. Beim Todesgeschehen überschreitet der Mensch unbewusst die Bewusstseinslücke und findet sich auf fein-stofflichen Ebenen wieder, umirgendwann wieder "hinunter" in die grob-stoffliche, materielle Welt geboren zu werden und sein weiter entwickeltes Bewusstsein als neue Ernte heimzubringen, bis er auf allen Daseinsebenen vollständig bewusst tätig sein kann.

  3. Im Schlaf geschieht Ähnliches. Das Ich-Bewusstsein verlässt den Körper und weilt auf anderen Ebenen, zum Beispiel auf der emotionalen oder astralen Ebene. Beim Erwachen findet es sich im Körper und in seiner gewohnten Umgebung wieder, doch ohne Kenntnis von seinem nächtlichen Ausflug. Irgendwann entwickelt der Mensch jedoch ein ständiges Gewahrsein aller seiner Bewusstseinsebenen, und das bedeutet, dass er den Tod überwunden hat, denn er erlebt jetzt, dass es nur die Körperform ist, die zurückgelassen wird, die stirbt – der Bewohner, das Ich, das Bewusstsein lebt auf anderen Ebenen weiter.

Weiter veranschaulicht das symbolhafte Bild die Entwicklung jeden Wesens, jedes Atoms, der Minerale, Pflanzen und Tiere. Alle müssen den Sprung vollziehen in das nächsthöhere Bewusstsein. Und so steigt die materielle Welt allmählich höher und höher, wird "erlöst". Atome bilden Minerale, Minerale gehen in Pflanzen über, diese in Tiere, und diese in Menschen. Menschen werden "Halbgötter" *, werden zu Erleuchteten, zu weit Fortgeschrittenen wie z. B. Buddha und Christus), und auch diese gehen weiter, um sich in noch höhere Welten zu integrieren.


* gleich den griechischen Helden halb göttlicher, halb menschlicher Abstammung = Menschen, welche fünf der irdischen Bewusstseinsstufen integriert und damit überwachsen haben (der Anteil der "menschlichen Mutter"). Ihr Bewusstsein ist jetzt im Geistigen verankert (der Anteil des "göttlichen Vaters"). Sie sind Eingeweihte oder Meister, welche auf den feinstofflichen Stufen für die Evolution tätig sind.


WANDERUNGEN
Taliesin (keltischer Barde)

Bin schon in vielen Aspekten erschienen,
ehe ich gültige Gestalt mir errang.
Bin eine vergoldete Lanze gewesen,
dessen erinnere ich mich noch heut.
Bin ein Regentropfen im Winde gewesen,
bin der fernste der Sterne,
bin ein Wort unter Lettern gewesen,
war im Anfang sogar ein Buch.
Bin das Licht einer Lampe gewesen,
bin für ein Jahr und ein halb
eine gewaltige Brücke gewesen,
geschlagen über dreimal zwanzig Flüsse.
Bin eine Meeresströmung, ein Adler gewesen
und des Fischers Schiff auf dem Meere,
bin der Schmaus eines Festes gewesen,
bin gewesen der Tropfen im Guss.
Bin ein Schwert in der Hand des Kämpfers,
bin ein Schild in der Schlacht gewesen,
bin die Saite der Harfe gewesen,
und das neun Jahre lang.
Bin das Wasser, der Schaum,
ein Schwamm im Feuer gewesen.
Bin in der Tat ein geheimnisvoll Holz.