DIE REALITÄT DER SEELE

Jeder Mensch ist auf irgendeine Weise davon überzeugt, so etwas wie eine Seele zu haben. Aber was ist das – Seele? Und wo genau ist sie zu finden? Und wie "funktioniert" sie eigentlich?

Irgendwo da drin muss sie sein!

1. SEELE – WAS IST DAS?

Seele ist intelligentes Bewusstsein, das in jeder Zelle, in jedem Atom vorhanden ist. Sie bewirkt im Lauf der Evolution Eigenbewusstsein, dann Selbstbewusstsein und Gruppenbewusstsein. Sie schafft Beziehungen, Mitgefühl und rechtes menschliches Miteinander. Sie ist eine anziehende Energie, die alles verbindet und durchdringt, an der alles Leben teilhat. Aus diesem "Seelenozean" stammt unsere individuelle Seeleneinheit, und dorthin kehrt sie auch wieder zurück, angereichert mit den Erfahrungen vieler Inkarnationen.

Seele ist das Element, das Geist und Materie miteinander "verkittet". Ohne sie gäbe es daher keinerlei Form und keine materielle Welt. Seele ist der Drang zu erschaffen und die Qualität und Eigenart, die dem Erschaffenen eigen ist. Seele ist der mittlere Aspekt der göttlichen Dreiheit. Sie ist "der Sohn", der Liebe-Weisheit ist, das "Christusbewusstsein", das "Licht der Welt", denn Bewusstsein, Seele und Licht sind identische Begriffe.

2. WO IST DIE SEELE ZU FINDEN?

Seele ist einmal die alles-verbindende Welt-Seele, in der alles lebt, und zum andern (als ein kleiner Bruchteil von ihr) die individuelle Seele des Menschen, sein Selbst.

Lange Zeit steckt sie eingekerkert im Persönlichkeits-Bewusstsein, ohne sich bemerkbar machen zu können. Sie kann den Menschen erst dann erreichen, wenn er sich so weit entwickelt hat, dass er

  1. sich nicht mehr von seinen Emotionen leiten lässt,
  2. sich überwiegend denkend betätigt,
  3. wenn zum konkreten, praktischen Denken das abstrakte Denken hinzutritt,
  4. wenn er sich konzentrieren kann (und sich nicht ständig von den Alltagsdingen ablenken lässt).

Dadurch wird ein "Brückenbau" zur Ebene der Seele möglich, und der Mensch kann Eindrücke der Seele wahrnehmen und im Gehirn registrieren. Seele ist ein Bewusstseinszustand, den der Mensch im Lauf seiner Entwicklung erreichen wird.

3. WIE "FUNKTIONIERT" DIE SEELE, WELCHE EIGENSCHAFTEN HAT SIE?

Seele ist etwas, das alles Leben gleichermaßen betrifft. Daher lebt ein Mensch, der Seelenbewusstsein entwickelt hat, nicht mehr nach seinen persönlichen Interessen und Vorlieben. Er hat dann alles Persönliche über dem Dienst für das Ganze, dem Schöpfungsplan, "vergessen".

Er bemüht sich, "harmlos" zu sein, was nicht Harmlosigkeit aus Schwäche bedeutet. Es ist eine aktive Haltung, die niemanden und nichts schädigt, verletzt, kritisiert, angreift – weder mit Gedanken, noch mit Worten oder Taten.

Das ist eine der Übungen, durch die der Mensch nicht nur seinen Charakter, sondern auch alle Atome seiner "Körperhüllen" auf den verschiedenen Energie-Ebenen verfeinert. Ihre Schwingung erhöht sich, sie werden sozusagen "in den Himmel gehoben". Der Mensch wird so zum "Erlöser" der Materie.


Über den Kosmos, die Sternbilder und Planeten fließt Lebensenergie zur Erde. Auch die Seele spielt ihre Rolle bei der Energie– Aufnahme und –Verteilung.

Sie gibt sie an die Energiezentren des Menschen weiter, der die Energie teilweise selbst verbraucht (Stoffwechselprozesse, Bewegung, Denken usw.) und teilweise an die Umwelt wieder abgibt als Gedankenformen, Emotionen, Handeln: alles, was Tun und Ausdruck des Menschen ausmacht.


Auswirkung der Seelenenergie ist das große Gesetz der Anziehung, das für das ganze Sonnensystem Gültigkeit hat. Auf den verschiedenen Ebenen zeigt es sich u. a. als Gesetz des Magnetismus, Gesetz der Strahlung oder als Gesetz der Gravitation. Bekannt ist das sog. "Zwischengesetz des Karma" als Gesetz von Ursache und Wirkung oder Gesetz des Ausgleichs. Es besagt, dass jedes Handeln oder Lassen und jeder Gedanke eine Ursache setzt, die wieder auszugleichen ist, damit alle Energien des Kosmos im Gleichgewicht sind.



Alles Tun ist eine Aktion, die eine Reaktion hervorruft und Ausgleich fordert. Das heißt aber nicht, dass man besser nichts tun und allem aus dem Weg gehen soll, um auf diese Weise "unschuldig" zu bleiben. Ein bestehender Zustand wird aber nicht einfach nur hingenommen. Er wird akzeptiert, weil er eine Tatsache ist. Das ist jedoch lediglich der erste Schritt.

Das Akzeptieren einer Sache übt, die Bindungen der Persönlichkeit an eigene Meinungen und Vorlieben (die Verursacher von Leid) zu lösen. Da die Anziehungskraft der Seele im Lauf der Evolution alle Seelenanteile (im Atom und weiter bis zum Menschen) entwickelt und vereint, "erlöst" sie diese dadurch. Das heißt, dass sich das persönliche Bewusstsein im Lauf dieses Prozesses zum Seelenbewusstsein erweitert und daher schwinden wird. Denn da die Seele alles umfasst was lebt, gibt es automatisch nichts Persönliches, sondern nur das, was dem Ganzen dient.




Es gibt Tausende und Abertausende von unterschiedlichen Formen, aber sie alle sind in Wirklichkeit eins – durch die individuelle Seele in ihnen, die ein Stück der Einen Seele ist. Und daher gibt es auch nicht so etwas wie "meine Seele" und "deine Seele".

Die ständig aufrechterhaltene Verbindung zur Seele bewirkt ein immer umfassenderes Bewusstsein und Verständnis der Lebensprozesse. Bewusstsein ist Licht, und so ist das Ziel des Menschen das erleuchtete Seelen-Bewusstsein.




Er geht dann auf in der Seele, wird eins mit ihr und behält dennoch sein individuelles Bewusstsein. Er "wächst in die Seele hinein", so wie er früher vom Bewusstsein des Kindes in das eines Erwachsenen hineingewachsen ist.




Wenn wir uns mit der Seele verbinden, ist das nicht eine Methode, die zu leichterem Leben verhilft. Es ist vielmehr ein Entwicklungsschritt, mit dem wir in den Dienst der Seele oder des LEBENS treten. Das persönliche Leben wird nur dadurch leichter werden, weil wir viele Zusammenhänge besser verstehen und wissen, wohin wir wollen.

Schwierige Zeiten, Zeiten des Lernens und der Bewährung wird es immer wieder geben, so wie vorher auch, aber die innere Haltung und Ausrichtung ist jetzt eine andere: Sie hat Zuwachs an Sinn, Festigkeit und Vertrauen ins Leben gewonnen.

AUSKLANG

Es ist jetzt klar, dass Denken und Vorstellungen des Menschen sein Leben erschaffen. Daraus kann abgeleitet werden, dass das Leben verändert werden kann, wenn das Denken geändert wird und dass es nötig ist, das Denken "in den Griff zu bekommen", weil es Folgen hat. In welche Richtung das Leben zielt, zeigen die Gesetze und Regeln der Seele: Früher oder später wird der Mensch vom persönlichen "Ich"-Bewusstsein in das "Wir"-Bewusstsein der Seele hineinwachsen.


Vorstellungen und Denken erschaffen das Leben.
Ändert sich das Denken, so ändert sich das Leben.
Ein kontrolliertes Denken verhindert ungewollte Auswirkungen.


Um das Menschsein und den Menschen verstehen zu können, ist es nötig zu wissen, wie er "gebaut" ist und wie die Welt funktioniert. Ebenso ist es von Vorteil, die Regeln und Gesetze zu kennen, unter denen wir – ob bewusst oder unbewusst – leben müssen.

Der Mensch ist mit Intellekt und freiem Willen begabt, was ihn zum Schöpfer seiner persönlichen Welt macht und zum Mitarbeiter am Evolutionsplan.




Er ist nur dann Spielball des "Schicksals", solange er nicht aktiv seine Rolle übernimmt als Mittler zwischen Himmel und Erde – als Lichtbringer für die Materie, so wie es Jesus, der Christus, mit seinem Leben beispielhaft gezeigt hat.