KRANKHEIT, KRISE, NEUBEGINN

A Krankheit

Krankheit ist ein Zeichen dafür, dass die Energien im Körper nicht harmonisch zusammenarbeiten. Da Energie durch Vorstellung und Denken bewegt wird, liegt es nahe, hier nach der Ursache der Unausgewogenheit (die ja Körper und Seele betrifft) zu suchen (Wie wurde bisher gelebt? Welche Grundsätze, Vorstellungen, Meinungen waren wichtig? Welche Befürchtungen, Ängste und Hemmungen gab es?).

Die Art des Denkens und der Vorstellungen steuert den Verlauf des Lebens. Krankheit ist in der Regel das Ergebnis von Vorstellungen, die das Leben behindern.

Soll Krankheit überwunden werden, so müssen die krankmachenden, lebenshemmenden Ursachen in lebensfördernde verwandelt werden.

Die fehlgesteuerte, krankmachende Energie kann jedoch nicht vernichtet oder einfach weggeschoben werden. Sie kehrt dann immer wieder in verschiedenen Formen zurück. Die einzige Möglichkeit besteht darin, sie umzuwandeln (das physikalische Gesetz von der Erhaltung der Energie).

Beispiel 1:

Der Verlust eines Partners ist ein schlimmes Geschehen, und doch gibt es auch eine positive Seite dabei. Stets ergänzt ein Partner den anderen in irgendeiner Weise, und wenn diese Ergänzung wegfällt, so hat der Übriggebliebene die Möglichkeit, das zu lernen und zu leben, was ihm der Partner bisher sozusagen abgenommen hat.

So ist es auch mit einer Krankheit. Sie nimmt es dem Kranken ab, ein bestimmtes Thema zu leben und bringt es durch ein körperliches Symptom symbolisch zum Ausdruck. So gesehen ist jede Krankheit ein Versuch, etwas Fehlendes auszugleichen und den Menschen "ganz" zu machen.

Um das durch eine Krankheit ausgedrückte Thema erkennen zu können, ist es nötig, einen Schritt zurückzutreten bzw. die Situation aus der Vogelperspektive zu betrachten.

Beispiel 2:

Zeit ihres Lebens war die Persönlichkeit auf der Suche nach sich selbst. Was war, konnte sie nicht akzeptieren und war ständig auf der Flucht.

Die Welt konnte nicht "verdaut" werden, und so blieb es dem Magen überlassen, das Thema auszudrücken. Er hatte bisher symbolisch für die Persönlichkeit die Welt verdaut.

Wenn die Persönlichkeit heil werden will, muss sie das jetzt selbst übernehmen. Die Welt "verdauen" bedeutet, sie anzunehmen: die eigene Situation und das ganze Umfeld. Wenn etwas akzeptiert wird, wenn man also damit einverstanden ist, kann ganz anders gehandelt werden als wenn man nicht einverstanden ist, grollt oder dagegen ankämpft.

Die Krankheit ist nicht als Feind zu sehen, sondern als Freund, der dringend nahelegt, eine Änderung der Denk- und Lebensgewohnheiten vorzunehmen.

Nach der Krankheit kann es nicht mehr sein wie vorher. Eine Neubesinnung, ein Neubeginn steht bevor.

B Krise

Wenn Krisensituationen auftreten, heißt das, dass etwas im Menschen gewachsen ist und sich mit den Anteilen, die stehenbleiben wollen, im Kampf befindet. Eine Krise ist eine günstige Gelegenheit, Lebenssituationen zu überdenken und neu zu ordnen. Eine Krise ist ein Zeichen von Fortschritt und eine sich bietende Gelegenheit – kein Unheil oder Misserfolg. Gerade durch solche Krisen hat sich die Menschheit bis zum heutigen Stand weiterentwickelt, und der Einzelne tut das in gleicher Weise.

Alle Schwierigkeiten (Unbehagen, Schmerz, Kummer, usw.) sind Anzeichen eines Weiterstrebens. Sie sind Reaktionen der bereits gewachsenen und integrierten Anteile des Menschen auf jenen Aspekt, der noch integriert werden will. Dieser noch aufzunehmende Aspekt ist stärker als die "wartenden", empfangsbereiten oder negativen Aspekte. Er ist positiv und voller Energie. Daher entsteht das Gefühl der Reibung und des Unbehagens.

Um sich aus verfahrenen Lebenssituationen zu befreien, muss gehandelt werden, und vor dem Handeln ist es nötig, das Denken in eine neue Richtung zu lenken. (Paulus: "Ändert euch aber, indem ihr euer Denken ändert.") Alte Denkgewohnheiten sind zu überprüfen und darauf abzuklopfen, ob sie noch dem Leben dienen oder eher lebensfeindlich geworden sind.

Doch zuvor muss die Bereitschaft vorhanden sein, neue Werte überhaupt integrieren zu wollen, neues Denken und neue Vorstellungen überhaupt zuzulassen. Auch kann es furchterweckend sein, die alten Bahnen zu verlassen und Neuland zu betreten, was gefühlsmäßig meist einem Schritt ins Bodenlose gleichkommt. Aber es geht kein Weg daran vorbei.

Eine Krise bringt notwendigerweise Anstrengung mit sich. Sobald sie aber ausgefochten und überwunden ist, schenkt sie das Gefühl, etwas gewonnen zu haben und mehr Freiheit zu besitzen. Wird sie nicht genutzt, so wird vermutlich der Körper den Konflikt auszutragen haben und durch eine Krankheit und ihre Symptome symbolisch zum Ausdruck bringen, wo das Problem liegt.

Die dem Menschen angeborene schöpferische Fähigkeit oder Vorstellungskraft, so zu handeln "als ob", ist der Schlüssel zur Lösung des Problems. Mit ihrer Hilfe kann zwischen dem aktiven, sich wehrenden alten Teil und dem passiven Anteil, der schon integriert ist, eine Brücke gebaut werden. ("Wie der Mensch denkt, hofft und will, so ist er.")

C Neues Leben, neues Ich

Der Wille

Zu einer Lebensumgestaltung wird der Wille benötigt. Doch reicht es nicht, eher halbherzig und so gut es eben geht, eine neue Richtung einzuschlagen. Eine feste Zielsetzung ist dazu nötig, die wie ein innerer Motor immer wieder antreibt - ein Verlangen, eine unbeirrbar feste Ausrichtung, die sich durch nichts ablenken lässt. Es kommt einem Etwas im Innern gleich, das ständig in eine Richtung drängt, so dass nichts anderes in Betracht gezogen werden kann – ein Lebensziel, dessen Sinn vollständig überzeugt und erfüllt.

Die Lebensgestaltung, die aus Krankheit und Krise führen soll, darf jedoch nicht die Herstellung des alten oder einfach eines verbesserten Zustandes zum Ziel haben. Es geht tiefer. Der Konflikt mit den Gesetzen der Lebensenergie muss erkannt und in der Zukunft vermieden werden.

Die Persönlichkeit und ihre "Gesetze"

Jeder Mensch versucht, nach seiner eigenen Vorstellung, nach seinem eigenen "Gesetz", zu leben. Damit nimmt er sich aus dem großen Lebensverbund heraus und gerät unweigerlich in Konflikte, denn die Lebensgesetze sind immer wirksam und auf die Harmonie des Ganzen ausgerichtet.

Man kann sich vorstellen, dass die vielen einzelnen, persönlichen "Gesetze" ein wirbelndes Durcheinander in ihrer Umgebung verursachen. Doch das Gesetz des Ausgleichs wird dies nicht lange zulassen. Es ist Teil des großen Schöpfungsplans, der eine fortschreitende Entwicklung aller Wesen anstrebt. Sein Wirken bringt daher die Menschen dazu, allmählich die Zusammenhänge zu verstehen und zu lernen, mit den Energien richtig umzugehen.

Das Gesetz des Gebens oder des Opfers

Es ist klar, dass die vielen persönlichen Vorstellungen sich den Gesetzen des Ganzen unterzuordnen haben, damit ein harmonisches Miteinander, eine Vernetzung allen Lebens daraus entstehen kann.

Der individuelle Mensch braucht jedoch deswegen seine speziellen Fähigkeiten nicht zu unterdrücken – er hat sie erhalten, um damit seinen Anteil zu dem großen Spiel beizutragen. Er hat sie einzubringen, ohne persönliche Ziele damit erreichen zu wollen. Damit "gibt" oder "opfert" er seine Persönlichkeit dem Wohlergehen Aller.

Das Leben, das Ganze, das Fülle und Leere gleichzeitig ist

Alles was ist, was war, was werden soll und kann ist in ihm enthalten. Es sind jedoch nicht die greif- und sichtbaren Dinge, sondern ihre "Vorlagen" oder "Baupläne". Formen oder Dinge entstehen daraus erst auf der materiellen, grobstofflichen Ebene.

Formen haben ihren Ursprung in einer geistigen Absicht und bestehen so lange, wie diese Absicht aufrechterhalten wird. Sie existieren also nicht aus sich selbst heraus und werden daher als "leer" bezeichnet.

In diesem großen Etwas liegen wie im Hut eines Zauberers alle Möglichkeiten und warten auf ihre Erschaffung. Der Hut ist leer - der Zauberer erst macht sichtbar, was er vorhat zu zeigen.

So wird auch dieses große Etwas als "leer" bezeichnet, leer und gleichzeitig voll. Es ist leer, weil wir mit unseren Sinnen nichts darin wahrnehmen können. Unsichtbar für unsere Augen ist jedoch immer gleichzeitig der andere Pol vorhanden und nur er ist es, den wir auf unserer Daseinsebene wahrnehmen können: die grobstoffliche Schöpfung. So ist in Wirklichkeit diese Leere gleichzeitig Fülle – Alles, das Ganze, das Ur-Chaos, das alles in sich enthält.

Für den Menschen ist das Ganze mit seinen momentan entwickelten Sinnen nicht wahrnehmbar. Er kann immer nur die beiden Pole erkennen, die Gegensätze. So gibt es für ihn leer und voll, gut und böse, Liebe und Hass usw. Sobald er aber die Ebene des Denkens (auf der Wahrnehmung durch Urteilen und Einstufen geschieht) mit der Ebene der "reinen Vernunft", der Intuition, verbunden hat, kann er auch ganzheitlich erkennen und wahrnehmen.

Beispiel 3:

Innere Leere

Die Persönlichkeit empfindet sich als "leer", ohne Wert, ohne Selbst. Sie suchte bisher ohne wirklich einschneidenden Erfolg nach einem anderen Leben, nach einem anderen Selbst, nach ihrem wahren Selbst, das von sich sagen kann: "Ich bin es. So bin ich."

Um herauszufinden, wohin es nun gehen sollte, zwei notwendige Schritte:

  1. Was ist, in Gelassenheit akzeptieren.
  2. Zurücktreten und aus der Distanz betrachten.

Dazu muss jetzt das Gebiet der persönlichen Psychologie verlassen und jenes der überpersönlichen oder esoterischen Psychologie betreten werden, die ihr zusätzliches Wissen aus den Weisheitslehren des Ostens schöpft.

Die Aufgabe des Menschen

Der Mensch hat die Aufgabe, die Eigenschaft oder Energie des Intellekts (Bewusstsein, Denken, Wahrnehmen, Unterscheiden, Verbinden, in Beziehung treten) in der Materie zu entwickeln. Das muss in seinen eigenen Körperhüllen geschehen, so dass nach dem Tod des Körpers die einzelnen Zellen bzw. Atome in ihrer Energie "verbessert" in das große Sammelbecken gelangen als Bausteine für die in der nächsten Inkarnation benötigten Körper. Durch diese Methode wird die Materie ständig in ihrer Schwingung verfeinert und allmählich "in den Himmel gehoben."

Der Mensch selbst, sein Ich, sein Selbst, ist geistig. Er lernt auf diesem Weg durch die sieben Daseinsebenen alle Energien kennen, sie zu meistern und in sich zu vereinen.

Die Entpersönlichung der Persönlichkeit

Die Entwicklung des Menschen geht eindeutig in die Richtung einer "Entpersönlichung" seiner Persönlichkeit und damit hin zu einer Gemeinschaft oder Vernetzung allen Lebens in allen Bereichen.

"Entpersönlichung" bedeutet, ohne eigene Vorstellungen, ohne eigenes Wollen und Wünschen, ohne Vorlieben, Meinungen, Vorurteile zu sein. "Entpersönlichung" bedeutet, "leer" zu sein. Leer zu sein, damit etwas Größeres, Übergeordnetes (Geist, Seele) hindurchdringen und sich durch Persönlichkeit und Körper Ausdruck verschaffen kann. (per sonare: etwas, das hindurchtönen lässt)

Es ist so, dass auf der äußeren Seite - in der materiellen Welt - Leere nur als negativer Zustand wahrgenommen werden kann, als das Fehlen von irgendetwas. Auf der inneren Seite jedoch ist Leersein von materiellen Dingen ein Zustand der Ganzheit, der ursprünglichen, geistigen Ganzheit. Doch schon zu Beginn der Schöpfung geschieht notwendigerweise eine Trennung. Das Eine wird zu Zweien. Es entstehen zwei Pole: die Einheit und die Vielheit - das, was geschaffen werden soll.

So entsteht eine Welt der Gegensätze, in welcher sich der Mensch der Aufgabe zu stellen hat, sie wieder in sich zu vereinen, um selbst zur Ganzheit zu gelangen und auf diesem Wege der gesamten Materie weiterzuhelfen.

Die Persönlichkeit, die sich "leer" fühlt und daran leidet, kann daher ihre Ausgangslage als Anstoß und Hinweis benutzen, die äußere Situation "Leer und ohne wahres Ich" innen zu leben und dadurch beide Seiten zusammenzufügen – die materielle und die geistige. Auf diese Weise gelangt sie zur Ganzheit, zur Fülle des Lebens, zu Frieden und Glück.

Die eigentliche Krankheit

Außen, physisch: ein reduzierter Magen
Psychisch: eine "leere" Persönlichkeit auf der Suche nach dem Ich oder Selbst
Innen, geistig: der Entwicklungsschritt, "unpersönlich" zu werden, um der Seele, dem wahren Selbst, als Ausdrucksmittel zu dienen

Wie wird man "unpersönlich"?

Wie weiter oben gesagt, bedeutet "unpersönlich", ohne eigene Vorstellungen, ohne eigenes Wollen und Wünschen, ohne Vorlieben, Meinungen, Vorurteile zu sein. "Unpersönlich" bedeutet, "leer" zu sein. Leer zu sein, damit etwas Größeres, Übergeordnetes (Geist, Seele) hindurchdringen und sich durch Persönlichkeit und Körper Ausdruck verschaffen kann.

Damit dieses Übergeordnete, die Seele, gehört werden kann, muss ein Verbindungskanal zu ihr geschaffen werden. Mit Hilfe von Meditation wird die Konzentrationsfähigkeit geschult. Kann Denken und Vorstellung längere Zeit hindurch auf einem Punkt (einem Objekt, in einer Richtung) gehalten werden, so wird damit begonnen, stillzuhalten, leer zu werden, zu warten. Irgendwann wird dann ein Impuls, eine Erkenntnis, ein Verstehen hindurchdringen - und dies ist der Beginn einer Verbindung mit der eigenen Seele.

Ziel des Ganzen ist, ständig diesen Kontakt herstellen und halten zu können, mitten im unruhigen Alltag. So wird die "Brücke" gefestigt, und eines Tages wird das menschliche Ich, der menschliche Teil der Seele, endgültig mit der Seele verbunden und eins mit ihr sein. Der Mensch ist dann eine inkarnierte Seele, die sich durch eine "unpersönliche" Persönlichkeit und einen Körper in der grobstofflichen Welt betätigt.

Das neue Ich ist also die Seele und das "neue Leben" bedeutet, als Seele zu leben.

EIGENSCHAFTEN DER SEELE, die zum Ausdruck gebracht werden sollen:

Wertschätzung aller Wesen ohne Einschränkung (= "bedingungslose" Liebe)
Wahrnehmen ohne zu kritisieren und zu verurteilen
rechte zwischenmenschliche Beziehungen

Hilfreich: DIE REGEL DER HARMLOSIGKEIT
(Niemanden verletzen, angreifen, kritisieren, nichts erwarten, nichts unterstellen –
nicht im Denken, Reden und Handeln)


STUFEN DER FORMBILDUNG

Vorstellung und Denken (mentales Feld) lenken Energie. An dem Ort, zu dem Energie gelenkt wird, entsteht eine Gedankenform. Je öfter und intensiver dies geschieht, desto stärker wird die Gedankenform.

Sie zieht immer mehr alle Aufmerksamkeit und Emotionen (emotionales Feld) auf sich und letztendlich muss auch der Körper (physisches Feld) reagieren.

So lange Vorstellung und Denken in die entsprechende Richtung gehen, so lange besteht die Form. Wenden sie sich ab, so löst sich die Form allmählich auf.

Als Form werden in diesem Zusammenhang Situationen, die Persönlichkeit und der Körper des Menschen bezeichnet.