EVOLUTION

bedeutet "Herauswickeln". Die Schöpfung hat nun den tiefsten Punkt des "Einwickelns" (der Involution des Geistes in die Materie) erreicht und beginnt, zu ihrem Ausgangspunkt zurückzukehren. Die Formwelt ist ausgereizt. Jetzt ist die Entwicklung von Bewusstsein an der Reihe.

Formen (Minerale, Pflanzen, Tiere) bestehen aus kleinen Materie-Einheiten: aus Molekülen und Atomen. Jedes einzelne Atom besitzt ein, wenn auch kleines, eher unbestimmtes oder instinktives Bewusstsein. All diese "Bewusstseine" müssen erweitert, verändert, "verbessert" zurückgebracht werden.

Dies wird dadurch bewirkt, dass der Geistige Mensch sich in entsprechende Hüllen einschließt und als irdischer Mensch durch die Ebenen reist. Seine Erfahrungen beeinflussen die Atome seiner Körperhüllen und verändern so deren Qualität und Bewusstsein. Durch diesen Dienst wird er zum "Erlöser", zum Befreier des in die Materie versenkten Geistes.

Das kann aus zwei Richtungen betrachtet werden: Zum einen "erlöst" er die Geistfunken innerhalb der Atome aus ihrem Gebundensein an die Materie und zum andern sich selbst, den geistigen Menschen, aus seinem eigenen Gebundensein in einem Körper und seiner Illusion eines getrennten Wesens auf dem irdischen Plan.

Weiter lernt er, die Materie oder die Energien der verschiedenen Daseinsebenen weise zu handhaben und zu "beherrschen" ("Macht euch die Erde untertan."). Er wird als ein Gottessohn in "seines Vaters Haus" zurückkehren, der auf allen Ebenen des Schöpfungsplans voll bewusst und je nach Belieben sein und handeln kann.




Gute und böse Erfahrungen, Freude und Leid verändern allmählich die Vorstellungen und damit das Handeln des Menschen – doch all dies benötigt viel Zeit. Und wieviel Zeit mag es wohl kosten, bis der "normale" Mensch das Bewusstsein eines Jesus Christus erreicht hat? Denn dass dies möglich ist, bezeugen einmal die Worte dieses Großen ("All dies und noch mehr könnt auch ihr tun.") als auch die anderen großen Menschensöhne, die uns bekannt sind.


Es gibt viele Vorgehensweisen, um die nächsten Bewusstseins-Stufen zu erreichen, im Grunde jedoch geschieht immer dieses:

Der irdische Mensch muss eine Verbindung zu seiner eigenen Seele auf der dritten Unterebene der Mental-ebene schaffen. Eher emotionale Menschentypen, die "Mystiker", erreichen dies durch Sehnsucht, Verehrung, Disziplinierung von Trieb und Instinkt. Die Verbindung geschieht ganz plötzlich und vergeht ebenso rasch wieder. Der Mystiker fällt zurück auf die alltägliche Daseinsebene und beginnt von Neuem mit seinem Streben. Das war bisher der Weg des Westens. Der Weg des Mystikers besteht aus dem Weg der Hingabe.

Der Weg des "Wissenden" (des "Okkultisten", der sich Wissen erwerben will über "das, was die Welt im Innersten zusammenhält") baut auf dem Weg des Mystikers auf. Weiter besteht er einerseits in der Übung, mit Hilfe seines konkreten Denkens eine Brücke zu schaffen zum abstrakten Denken (dem niedersten Punkt der Seele) und andrerseits durch leben der Seelen-Eigenschaften.

Gelingt der Brückenschlag, so ist es ihm möglich, Eindrücke von der Seele aufzunehmen und an sein ruhig wartendes Gehirn weiterzuleiten, welches das Erfahrene anschließend formuliert und so im Bewusstsein festhalten kann. Mit der Zeit kann die Konzentration immer besser und länger aufrechterhalten werden, und irgendwann gelingt es dem Menschen, sein Bewusstsein ständig in dem der Seele zu verankern.