KARMA   DAS GESETZ VON URSACHE UND WIRKUNG

Es bezeichnet den Einfluss, den das System der Sonne Sirius auf unser eigenes Sonnensystem ausübt. Aus gewisser Sicht stellt das Karma-Gesetz die Gesamtsumme des Gesetzes der Anziehung dar, denn es ist der Grund für die Beziehung aller Formen zu ihren Benutzern und aller Lebewesen zueinander.


Aus: Leben und Werk der H. P. Blavatski
KARMA UND REINKARNATION

"Darüber sagt HPB in der Geheimlehre:
Allein diejenigen, die an Reinkarnation und Karma glauben, werden gewahr, dass das gesamte Geheimnis des Lebens in der ungebrochenen Serie seiner Manifestationen liegt... Wer an Karma glaubt, muss an die Bestimmung glauben, welche jeder Mensch von der Geburt bis zum Tode wie ein Spinnennetz Faden für Faden um sich selbst webt...

Dieses Gesetz bevorzugt - bewusst oder unbewusst - niemanden und nichts ... Karma verursacht und plant nichts. Es ist der Mensch, der plant und Ursachen schafft - das karmische Gesetz ordnet diesen Ursachen nur die entsprechenden Auswirkungen zu. Dieses Zuordnen bedeutet jedoch nicht, dass Karma handelt - es ist vielmehr ein Ausdruck der universalen Harmonie, die immer dazu neigt, ihre ursprüngliche Position wieder zu erlangen, ganz ähnlich einem nach unten gedrückten Ast, der mit einer Kraft, die dem ausgeübten Druck entspricht, wieder zurückschnellt. Würden wir sagen, es sei der Ast gewesen, der dabei unseren Arm verletzt hat, oder dass es unser eigenes Tun war, durch das wir uns die Verletzung zugezogen haben?

Karma hat niemals versucht, die geistige und persönliche Freiheit des Menschen zu unterdrücken ... Es hat niemals seine Gesetze absichtlich und zur großen Verwirrung der Menschen im Dunkeln belassen, und es bestraft niemanden, der es wagt, seine Geheimnisse zu erforschen. Ganz im Gegenteil handelt für das Wohl seiner Mitmenschen, wer durch Studium und Meditation den komplizierten Verlauf karmischer Wege aufzeigt und die komplexen Umstände erhellt, in denen so viele Menschen umkommen, weil sie sich durch ihr eigenes Unwissen im Labyrinth des Lebens verlieren ...

... Menschen, die an das Wirken des Karma glauben, [kann man] nicht vorwerfen, Atheisten oder Materialisten zu sein - und noch weniger kann man sie des Fatalismus bezichtigen ... Es ist eine Lehre, welche den Ursprung des Bösen erklärt, und unsere Vorstellungen von dem, was göttliche, unveränderliche Gerechtigkeit sein sollte, veredelt, anstatt die unbekannte und unerkennbare Gottheit zu erniedrigen, indem sie aus ihr die launenhafte, grausame Tyrannin macht, welche wir »Vorsehung« nennen.

Okkultisten oder Philosophen reden nicht von der Güte oder Grausamkeit der Vorsehung; aber da sie Letztere mit Karma-Nemesis gleichsetzen, lehren sie, dass die Vorsehung bzw. Karma-Nemesis den guten Menschen schützt und über ihn wacht - in diesem und allen zukünftigen Leben - und dass sie den Übeltäter straft - und zwar bis zu seiner siebenten Wiedergeburt oder, kurz gesagt, so lange, bis selbst das kleinste von ihm aus dem Gleichgewicht gebrachte Atom in der unendlichen Welt der Harmonie wieder ungestört existieren kann.

Denn das einzige Gesetz des Karma ist unbedingte Harmonie, sowohl in der Welt der Materie als auch in der Welt des Geistes. Dieses Gesetz ist ewig und unwandelbar.

Nicht Karma belohnt oder bestraft also, sondern wir belohnen oder strafen uns selbst, wobei entscheidend ist, ob wir mit der Natur, durch sie und in ihr handeln, indem wir uns an die Gesetze halten, auf denen diese Harmonie aufbaut - oder ob wir sie brechen....

... Wird nur eine einzige schlechte Ursache unterdrückt, so wird nicht nur eine, sondern eine ganze Reihe schlechter Wirkungen unterdrückt. Und selbst wenn eine Bruderschaft oder sogar mehrere Bruderschaften nicht vermeiden können, dass Nationen und Völker sich hin und wieder gegenseitig zerfleischen, so werden aber Einigkeit im Denken und Handeln und aktive philosophische Erforschungen der Geheimnisse des Lebens allein schon durch den Versuch, das bisher Rätselhafte zu erkennen, immer einige davon abhalten können, noch mehr Ursachen zu schaffen in einer Welt, die schon so voller Unheil und Schlechtigkeit ist...

Dies ist der Zustand, der andauern wird, bis ... wir anfangen, aus innerer Motivation zu handeln anstatt immer äußeren Impulsen nachzugeben, jenen Impulsen also, die von unseren physischen Sinnen und unserem groben, selbstsüchtigen Körper hervorgebracht werden. Eng, ja unauflöslich verbunden mit Karma ist also das Gesetz der Wiedergeburt bzw. der Reinkarnation ein und derselben geistigen Individualität in einer langen, beinahe endlosen Reihe von Personalitäten.

Alle diese Personalitäten gleichen den verschiedenen Kostümen und Charakteren eines einzigen Schauspielers, mit denen er sich identifiziert und mit denen er von der Öffentlichkeit in den paar Stunden einer Vorstellung identifiziert wird. Der innere, der wirkliche Mensch, der diese Charaktere personifiziert, weiß selbstverständlich, dass er Hamlet nur in den Szenen eines Theaterstücks ist, die aber in der Phantasie der Menschen das ganze Leben Hamlets darstellen. Und er weiß auch, dass er am Abend davor König Lear war, der wiederum eine Transformation des in einer noch früheren Aufführung dargestellten Othello war. Aber der äußere, sichtbare Charakter muss diese Tatsache natürlich ignorieren.

Im täglichen Leben nimmt dieses Ignorieren, diese Ignoranz nur leider allzu große Wirklichkeit an. Die permanente Individualität ist sich dessen jedoch vollkommen bewusst, aber wegen der Verkümmerung des »geistigen Auges« im physischen Körper kann sich ein solches Wissen dem Bewusstsein der falschen Persönlichkeit nicht mitteilen ... »Was Anteil hat an unserer Seele, ist ewig«, sagte Thackeray ... Und mag der Speicher des physischen Gehirns auch die Ereignisse vergessen, die innerhalb der Grenzen einer einzigen irdischen Lebenszeit stattgefunden haben - die Masse kollektiver Erinnerungen kann der in uns wohnenden göttlichen Seele nie verloren gehen. Für den Umfang unserer physischen Sinneswahrnehmungen mag ihr Flüstern zu leise, ihre Stimme zu entfernt sein, mit ihrer eigenen Wahrnehmungsfähigkeit jedoch erkennt diese göttliche Seele die Schatten vergangener Ereignisse ebenso wie die noch kommenden."