DAS GESETZ DES GEBENS/OPFERNS

Das Eine Leben gab von Seiner Energie, damit Schöpfung geschehen konnte. Doch wie Krishna in der Bhagavad Gita sagt: "Nachdem ich das ganze Universum mit einem Bruchteil von mir durchdrungen habe, verbleibe ich dennoch." Alles Leben geschieht durch Gott (Wachsen, Werden), in Gott (innerhalb Seiner schaffenden Energie) und aus Gott (gemacht aus Seiner Substanz). Das ganze Leben wird durch ein Gleichgewicht von Geben und Nehmen erhalten: Das Höhere, Weiterentwickelte, gibt an das Niedrigere, weniger Entwickelte. Jedes Kleinere nimmt vom Größeren und gibt seinerseits wieder an Kleinere weiter.

Auch das Kleinere hat seine Aufgabe in diesem Kreislauf von Geben und Nehmen: Es dient dem Größeren sozusagen als Schemel, denn alles Erworbene/Erfahrene stellt die Grundlage zur Weiterentwicklung auf der nächsthöheren Stufe dar.

Arten von Bewusstsein

MINERALREICH PFLANZENREICH TIERREICH MENSCHENREICH
Instinkt oder keimhafte Intelligenz Wille oder intelligenter Entschluss (Wille/Macht)
Keimhafte Empfindung oder Gefühl Empfindung oder Gefühl Liebe oder vollendetes Gefühl (Liebe-Weisheit)
Intelligente Betätigung (auswählen, intelligent unterscheiden) Intelligente Betätigung Intelligente Betätigung Intelligente Betätigung (Intelligente Aktivität)

Verallgemeinernd kann gesagt werden, dass Geist gibt und Materie nimmt, um leben zu können. Materie besitzt aus diesem Grund ein trennendes, eingrenzendes Bewusstsein, während Geist von einem allumfassenden Bewusstsein (Gruppenbewusstsein) gekennzeichnet ist.

Wenn der Mensch sich daher seiner Seele zuwenden will, ist es nötig, dass er alles persönliche Denken, Wollen und Wünschen hinter sich lässt. Damit wächst er allmählich in das alles miteinbeziehende Bewusstsein der Seele hinein. Weiterentwicklung geschieht nur über das Ablegen, "Opfern" der Persönlichkeit.

Bhagavad Gita III, 9
Das Gesetz des Opfers (des Gebens), wodurch das Weltall aufrechterhalten wird, muss sich im tätigen Menschen verkörpern. Alle Werke müssen des Opfers halber geschehen.

Wie lautet das Gesetz? Es besagt, dass alle Wesen sich nur dadurch am Leben erhalten können, dass andere Wesen das ihrige für sie hingeben. ...Der Mensch muss allmählich lernen, dem Gesetz des Gebens bewusst und freiwillig nachzukommen. Indem seine Entwicklung voranschreitet und ihm die Erkenntnis dafür aufgeht, dass er sein Leben auf Kosten anderer Leben unterhält, sagt er sich schließlich:

Der Stein stirbt für mich, um das Pflanzenreich zu ernähren, die Pflanzen sterben für mich, um meinen Körper zu ernähren, die Tiere lassen ihr Leben für mich, sie sind für mich ins Joch gespannt und abgerichtet, mir zu dienen. Zahllose Leben sind in dem Körper enthalten, den ich jetzt mein nenne. Es ist also nur recht und billig, wenn ich durch das Opfer meiner selbst alle diese Opfer zurückerstatte und dadurch das Rad des Lebens drehen helfe.

...So tilgt er allmählich sein Schuldkonto. Er bringt die Frucht seiner Werke - die ja doch nicht die seinen, sondern die seines Herrn sind – als Opfer dar, und dadurch wird er vollkommen in seiner Tätigkeit. Nur der, dem nicht nach der Frucht seiner Werke verlangt, kann seine Tätigkeit in vollkommener Weise ausüben.

Bhagavad Gita IX, 27, 28
"Was du tust, was du isst, was du opferst, was du spendest, was für Askese du übst, all dieses tue so, als wäre es mir geweiht. So wirst du von den Fesseln der Werte befreit werden, sowohl von denen, welche erfreuliche, als auch von denen, welche unerfreuliche Früchte tragen."