DIE ENTWICKLUNG VON BEWUSSTSEIN
(Auszüge aus verschiedenen Schriften von Annie Besant)

Geist "kleidet" sich bei seinem Abstieg in die materielle Welt in verschiedene Hüllen oder Gewänder. So befindet sich tief innen in jeder Form - sei es ein Atom, ein Stein, eine Pflanze, ein menschliches Wesen – ein göttlicher Funke, der mit Hilfe seiner Form-Hülle, seiner "Einkleidung", einen göttlichen Gedanken zum Ausdruck und zur Entwicklung bringen soll.

DIE FORMEN WERDEN ENTWICKELT

Die intelligente Tätigkeit des dritten Aspekts hat die Daseinsebenen und die Vorstufen der Atome geschaffen. Jetzt beginnt der zweite Aspekt, das vom dritten Aspekt vorbereitete Material zu Formen mit verschiedenen Merkmalen zu verarbeiten. Dazu bilden die vielen geistigen Triaden eine Art Wurzelfaser, um die herum sich Material ansammelt und so eine erste Umhüllung der anfänglichen Gruppenseele bildet. Je weiter der wurzelhafte Lebensfaden "hinuntersteigt", desto mehr Hüllen sammeln sich um das Atom an. (siehe Grafik 1)

So entstehen zunächst sieben Gruppenseelen (je nach der Art der sieben Energien), die sich im Lauf der Zeit immer weiter vervielfältigen. Sie bilden bis zur Zeit ihrer Reife einen nährenden, beschützenden Überbau für die einzelnen Lebewesen. Ihre Erfahrungen werden in diesem Speicher gesammelt, der dann der ganzen Gruppe als Bauvorlage für den nächsten Entwicklungsschritt dient. Die Gruppenseelen teilen sich in immer speziellere Gruppen mit immer weniger Mitgliedern auf, bis jede Gruppenhülle nur noch ein Wesen enthält. Damit ist die Entwicklung der Formseite, die Involution, abgeschlossen.

Die göttliche Energie, die sich um des Schöpfungsgedankens willen in viele Einzeldinge zerstreut hat, soll wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren, angereichert mit der Fähigkeit, jetzt auch zu allen Ebenen unterhalb der zweiten in Beziehung treten zu können.

Dazu schickt der erste Aspekt der Gottheit Einheiten von seiner Substanz (die Monaden) auf die zweite Daseinsebene hinaus. Die Monade sendet dann ihre dreifache Energie auf die drei nächstniederen Ebenen und bildet so die "Geistige Triade", den "Geistigen Menschen". Er enthält alle Möglichkeiten seiner Vater-Monade, die sich im Lauf der Zeit auf den fünf Daseinsebenen entfalten sollen. Er kann jedoch erst tätig werden, nachdem für ihn entsprechende physische Körper vorbereitet wurden.


JETZT BEGINNT DIE ENTWICKLUNG DES BEWUSSTSEINS

Mit Hilfe von Wesen, die diese Entwicklung zu früheren Zeiten durchlaufen haben, bildet die Monade auf der dritten mentalen Unterebene den Kausalkörper. Er verleiht die Fähigkeit, ein individuelles menschliches Wesen mit unterscheidendem Bewusstsein heranreifen zu lassen und dient als Träger für die geistige Triade. Das ist der Übergang zur Rückkehr, zur Evolution.


DAS ZURÜCKKEHREN DER EINZELNEN

Die Einzelnen beginnen ihre eigene Entwicklungsarbeit. Individuelles Wünschen und Wollen wird ausgereizt, bis alle Möglichkeiten erschöpft sind. Schließlich wird bewusst daran gearbeitet, alles Trennende, Individuelle wieder aufzuheben und sich in eine Seelengruppe zu integrieren (in eine Gruppe bewusster Wesen [= Seelen], die von der gleichen Art sind, also zum gleichen Energiestrahl gehören). Auch hier kommen die Erfahrungen der Einzelwesen der Gruppe zugute: die Gruppe geht gemeinsam weiter, integriert sich in eine nächstgrößere und so fort, bis alle einzelnen Wesen wieder zu ihrem Ursprung zurückgekehrt sind.

Auch innerhalb eines Einzelwesens wird dasselbe Prinzip angewandt: Nachdem alle Möglichkeiten einer Inkarnation erschöpft sind, wird die physische Körperhülle abgelegt, sie stirbt. Das Leben, die menschliche Seele samt allen Erfahrungen, wird in den Kausalkörper zurückgezogen, der jeder weiteren Inkarnation zur Grundlage dient.

Alles hat zwei Seiten – vom materiellen Standpunkt her gesehen, der durch die begrenzte Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen bedingt ist, die ein Vorher und ein Nachher feststellt, ein "gefällt mir" und ein "gefällt mir nicht". Materie bedeutet Trennung, Geist ist Leben und zugleich Bewusstsein und bedeutet Einheit. Dorthin geht der Weg des Menschen.