BAUPLAN DER WELT

Stark vereinfacht kann gesagt werden:

Die Welt besteht aus Geist und Materie, einem "höheren" Pol aus schnell schwingender Energie und einem "niedrigen" Pol aus langsam schwingender Energie. Beide Energien sind ständig vorhanden – sie sind die Welt, sie sind das All, sie sind Alles was ist. Beide Energien besitzen bestimmte Qualitäten oder Eigenschaften, die ständig in immer gleicher Weise wirken und daher als Gesetze bezeichnet werden.

Das Gesetz des Geistes wirkt als Gesetz des Lebens oder des Gebens. Es ist die Ursache, die Idee, nach der sich die materielle Welt gestaltet. Das Gesetz der Materie wirkt sich als Gesetz der Ökonomie aus. Es veranlasst die Materie, sich in immer neue, besser angepasste Formen zu vervielfältigen.

DIE DREIHEIT

Es gibt jedoch eine dritte, mittlere Energie, welche die beiden vorgenannten verbindet. Sie wirkt sich als Gesetz der Anziehung aus, das macht, dass geistige und materielle Energien sich zu Formen verbinden können. In religiös-christlicher Terminologie wird die eine, gesamte Energie benannt als "Eine Energie" oder Gott, und ihre drei Eigenschaften als

  1. Wille/Macht oder Gott, der Vater
  2. Liebe-Weisheit oder Gott, der Sohn
  3. Intelligente Aktivität oder Gott, der Heilige Geist.

Diese drei Eigenschaften erschaffen gemeinsam die materielle Welt, die wir kennen.

1. Wille oder Macht Vater Leben
2. Liebe-Weisheit Sohn Bewusstsein
3. Aktive Intelligenz Mutter, Heiliger Geist Form

Die Auswirkungen der drei Eigenschaften sind Widerspiegelungen der göttlich/geistigen Energien. Das Gesetz der Anziehung zum Beispiel (die Auswirkung der zweiten Energie) zeigt sich im menschlichen Bereich als Beziehung, Erkennen, Verständnis, Unterscheidung. In anfänglicher Form ergibt dies eine kritische Haltung mit Unterscheiden in Zustimmung und Ablehnung, in "mag ich" und "mag ich nicht" – die Bedingungen stellende menschliche "Liebe". Später dehnt sich diese Liebe immer mehr - und ohne Unterschiede zu machen - auf alle Lebewesen aus, auf Verständnis für alle, auf ein rechtes menschliches Miteinander.

Solange der Mensch sich von der materiellen Seite des Lebens beeinflussen lässt, untersteht er dem Gesetz der Ökonomie (Auswirkung der dritten Energie). Er ist rastlos auf der Suche nach immer neuen Reizen und Dingen, von denen er hofft, dass sie ihn befriedigen und glücklich machen. Seine Sehnsucht kann auf diese Weise jedoch nicht gestillt werden, denn das Gesetz der Ökonomie strebt und treibt ja ständig weiter in die Vielfalt des materiellen Lebens.

Erst wenn der Mensch beginnt, diesen Wünschen und Lockungen samt seinen diesbezüglichen Emotionen mit Hilfe seines Denkens energisch Widerstand zu bieten, kann er sich allmählich aus den Verhaftungen und dem Gestrüpp befreien und gelangt so immer mehr unter das Gesetz der Anziehung. Er löst sich aus seinem rein individuellen, von persönlichen Vorstellungen und Vorlieben geprägten Dasein und wendet sich einer umfassenderen Einheit zu, der Gruppe der Menschheit.

Auf diesem Weg begegnet er unweigerlich seiner inneren Instanz, dem höheren Selbst oder der Seele. Diese gehört zur zweiten Eigenschaft der göttlichen Dreiheit, welche die Eigenschaft der Anziehung darstellt und daher im Menschen "Himmel" und "Erde" miteinander verbindet.