BAUSTEINE ZUM VERSTÄNDNIS VON MENSCH UND WELT

Der Mensch ist ein Mikrokosmos, eine kleine Welt für sich innerhalb des größeren Ganzen. Er besitzt schöpferische Fähigkeiten, mit denen er diese seine Welt nach seinen Vorstellungen gestalten kann. Dabei kommen die gleichen Gesetzmäßigkeiten zur Auswirkung, die auch dem großen Schöpfungsprozess unterliegen, denn "wie oben, so unten". Ein Gesetz wirkt immer und überall, auf allen Daseinsebenen, doch liegt es an seinem Anwender, was dabei herauskommt – ob es sich auf die Dauer als gut und nützlich oder auch als hinderlich und problematisch erweist. Und leider sind viele menschliche Schöpfungen dieser Kategorie zuzuordnen.

So gibt es unweigerlich Streit, Unrecht, Krieg und Leid. Da die Schöpfung jedoch stets im Gleichgewicht bleiben muss, tritt das Gesetz von Ursache und Wirkung (auch Karma genannt) auf den Plan und fordert den Ausgleich – früher oder später. Dies ist es, was der Mensch "Schicksal" nennt, dem er sich hilflos ausgeliefert fühlt, solange er nicht weiß, warum er so hart angefasst wird.

Die "Bausteine" sollen diese Frage klären helfen.


Das Leben ist ein ewiger Lernprozess. Durch alle Erfahrungen, die wir machen, lernen wir, besser mit allem zurechtzukommen und irgendwann einmal auch, dass alles Sicht- und Greifbare um uns herum nicht das wahre Leben ist. Es ist einfach die Form oder der Ausdruck von etwas, das dahinter lebt und schafft: etwas Geistiges, Göttliches, das wirkliche Leben mit seinen Gesetzmäßigkeiten – wie auch immer man es nennen mag.

Der Mensch ist im Laufe der Jahrtausende intelligenter geworden. Er hat sich von einem tierähnlichen Wesen ohne Ich-Verständnis und mit nur instinktivem Verhalten zu dem mehr oder weniger verantwortungsbewussten, denkenden Menschen entwickelt, der er heute ist. Es ist zu überlegen, ob es nicht der Sinn – oder wenigstens eines der Ziele – der Evolution sein könnte, das Bewusstsein aller Lebewesen zu entwickeln (nicht nur dasjenige des Menschen, denn auch z. B. Pflanzen haben ein ihnen entsprechendes Bewusstsein – siehe Bird/Thompson, "Das Leben der Pflanzen"), vielleicht zu einem Bewusstsein ähnlich demjenigen, das Christus demonstrierte.

Es genügt nicht, zu verstehen, warum man aufgrund bestimmter äußerer Lebenssituationen zu dem wurde, der man ist. Sie alle sind Herausforderungen, Prüfsteine, Lernmittel, um daran zu wachsen. Aus der Distanz betrachtet, lässt sich dahinter eine Richtung, eine Aufgabenstellung, ein Zweck, ein Anstoß zu anderem Verhalten und Handeln erkennen.

Alle Erfahrungen, alle dienen dem einen Zweck, sich weiterzuentwickeln: ein umfassenderes Verständnis für den Lebensvorgang zu erwerben, seine Aufgabe im Ganzen zu erkennen und entsprechend zu handeln.


Die vorliegende Zusammenstellung zum Thema Mensch und Welt besteht aus einzelnen Aufsätzen, die zu verschiedenen Zeiten und daher in unterschiedlichem Stil (und auch des Öfteren mit Überschneidungen der Themen) entstanden. Sie entwickelten sich aus einer neuen Lebenseinstellung, deren Grundsätze sich sowohl in eigenen Erfahrungen als auch in Begegnungen mit anderen bestätigten und als richtig erwiesen.